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Kylie Minogue im September 2006
Kylie Minogue im September 2006

Kylie Minogue (* 28. Mai 1968 in Melbourne, Victoria, Australien) ist eine australische Sängerin und Schauspielerin.

Seit dem Beginn ihrer Karriere in den späten 80er Jahren avancierte die zierliche Kylie Minogue vom singenden Soap-Star zur international gefeierten Pop-Ikone. Ihre eingängigen Popsongs wie I Should Be So Lucky, The Loco-Motion und Can't Get You Out Of My Head schafften weltweit den Sprung auf die vordersten Plätze der Hitparaden. In Großbritannien ist sie mit 29 Top 10-Singles nach Madonna die erfolgreichste Sängerin in der Geschichte der Charts. Weltweit verkaufte sie bislang 40 Millionen Singles und 25 Millionen Alben (Stand 2005).


Leben und Karriere


Familie

Kylie Ann Minogue wurde am 28. Mai 1968 als das älteste dreier Kinder im Melbourner "Star of Bethlehem"-Krankenhaus geboren. Ihr Vater Ron, ein Australier in fünfter Generation, war als Buchhalter tätig. Kylies Mutter Carol, die aus Wales eingewandert war, arbeitete bis zur Geburt ihrer Kinder als Balletttänzerin.

Kylies Bruder Brendan (*1970) ist heute Kameramann im australischen Fernsehen. Ihre jüngere Schwester Danielle (*1971), genannt Dannii, ist ebenfalls Sängerin und Schauspielerin.

Minogues Lebensgefährte ist seit 2002 der französische Filmschauspieler Olivier Martinez.

Anfänge

Kylie in The Sullivans 1980
Kylie in The Sullivans 1980
Sowohl Kylie als auch Dannii traten bereits als Kinder in australischen Fernsehsendungen auf. Kylie spielte 1980 im Alter von 11 Jahren in der Fernsehserie The Sullivans ihre erste Rolle. Später folgten die Serien Skyways und The Henderson Kids. Mit der Rolle der Charlene in der erfolgreichen TV-Soap Neighbours an der Seite von Jason Donovan gelang ihr 1986 der große Durchbruch - bis dahin war Dannii die bekanntere der Minogue-Schwestern.

1987 sang Kylie Minogue im Rahmen eines Fußballspiels den Little Eva-Hit The Loco-Motion. Daraufhin erhielt sie vom australischen Label Mushroom einen Plattenvertrag. Ihre Coverversion wurde als Locomotion im selben Jahr veröffentlicht und schaffte den Sprung auf Platz 1 der australischen Charts. Der Song verblieb dort sieben Wochen und verkaufte sich so gut, dass er nicht nur zur erfolgreichsten Single des Jahres, sondern zur erfolgreichsten des gesamten Jahrzehnts wurde.

Internationaler Durchbruch

Kylie u. Produzententeam Stock Aitken Waterman Kylie u. Stock Aitken Waterman (SAW)
Aufgrund des großen Erfolgs den Kylie Minogue in Australien hatte, wurde die damals 19jährige vom englischen Produzententeam Stock Aitken Waterman (kurz SAW) und deren hauseigener Plattenfirma PWL (Pete Waterman Ltd.) unter Vertrag genommen. Ihre erste internationale Singleveröffentlichung I Should Be So Lucky wurde 1988 ebenso ein weltweiter Hit, wie das von SAW noch mal neu abgemischte The Loco-Motion. Das erfolgreiche Produzententrio, das fließbandartig Hits produzierte und sich sich folgerichtig als "Hit Factory" (dt. "Hit-Fabrik") bezeichnete, verhalf Minogue dann im selben Jahr mit Got To Be Certain und Je Ne Sais Pas Pourquoi zu weiteren Charthits. Auch ihr erstes Album, einfach Kylie betitelt, war sehr erfolgreich und verkaufte sich weltweit über 7 Millionen mal - in Großbritannien war es das meistverkaufteste Album des Jahres 1988.

Besonders erfolgreich war Kylie Minogue in den späten 80er Jahren auch in Japan. Dort spielte sie mit ihrer Disco In Dreams-Tour in den größten Arenen des Landes. Ihre nur auf dem japanischen Markt erschienene Single Turn It Into Love (1989) hielt sich ganze zehn Wochen auf Platz 1 der Hitparade. In den USA wurde hingegen The Loco-Motion zu ihrem größten Erfolg und schaffte es bis auf Platz 3 der Billboard-Charts. Sogar in der DDR erschien bei Amiga eine EP mit vier ihrer größten Hits.

Minogue, von der Musikkritik spöttisch als "Singing Budgie" (dt. "singender Wellensittich") bezeichnet, genoss die Sympathie der zumeist jugendlichen Plattenkäufer und konnte einen Charterfolg nach dem anderen verbuchen. Ihre Veröffentlichungen verkauften sich hervorragend, sodass sie zum erfolgreichsten Musikact wurde, den Stock Aitken Waterman je produzierten. Mit dem Duett Especially For You an der Seite von Jason Donovan erreichte die Kylie-Euphorie dann ihren Höhepunkt. Zu dieser Zeit war sie mit ihrem ehemaligen Neighbours-Kollegen, der mit Stock Aitken Waterman nun ebenfalls eine Popkarriere anstrebte, auch privat liiert.

Allerdings ließ das Interesse an Minogues Veröffentlichungen in Europa, den USA und auch in ihrer australischen Heimat im Verlauf des Jahres 1989 langsam nach. So wurden, nach dem Hand On Your Heart noch recht erfolgreich war, Wouldn't Change A Thing und Never Too Late aus ihrem zweiten Album nur noch in Großbritannien zu großen Hits. Mit Enjoy Yourself (1989) konnte die Sängerin dann auch nicht mehr an den Erfolg ihres Debüts anknüpfen - das Album verkaufte sich aber dennoch weltweit immerhin 4 Millionen mal.

Ihr Debüt als Filmschauspielerin gab Minogue 1989 in The Delinquents - ein Box Office-Erfolg in Australien und Großbritannien. Der Film wurde mit dem Minogue-Song Tears On My Pillow, der es im Januar 1990 auf Platz 1 der britschen Singlecharts schaffte, beworben. Bei dem Lied handelt es sich um eine Coverversion von Little Anthony & The Imperials aus dem Jahre 1958.

Imagewechsel

Kylie - Better The Devil You Know 1990 Better The Devil You Know 1990
Mit der Veröffentlichung von Better The Devil You Know (1990), der ersten Single aus ihrem dritten Album Rhythm Of Love (1990), versuchte Kylie Minogue ihr "Mädchen-von-Nebenan"-Image abzustreifen. So gab sie sich von nun an erwachsener und zeigte sich in Videos, auf Photos und bei Konzerten auch von ihrer erotischen Seite. Minogue übernahm aber nicht nur komplett die Kontrolle über ihr Image sondern bestand fortan auch darauf, eigene Stücke schreiben zu dürfen. Sie verschreckte aber mit ihren immer freizügiger werdenden Auftritten und der Abkehr vom Bubblegum-Pop ihre Fans im Teenie-Alter zunehmend. Ihre Liaison mit Michael Hutchence, dem Sänger der australischen Rockband INXS, tat ein übriges, um von der englischen Klatschpresse den Stempel "Sex Kylie" aufgedrückt zu bekommen. Allerdings wurde die schwule Club-Kultur durch Singles wie Better The Devil You Know, What Do I Have To Do und Shocked, die Reminiszenzen an Hi-NRG enthielten, auf Kylie Minogue aufmerksam und entdeckte die Sängerin als Ikone für sich. Zudem wurden Minogues Songs und Remixe davon dank eines zeitgemäßen Sounds der nur noch vage an typische SAW-Produktionen erinnerte erstmals auch in angesagten britischen Clubs gespielt - "Dance Kylie" war geboren. Unter dem Pseudonym Angel K avancierte dann vor allem Do You Dare im Dezember 1991 zu einem großen Clubhit.

Obwohl die Verkäufe ihrer Veröffentlichungen seit Anfang der 90er Jahre stark zurückgingen war Kylie Minogue 1991 mit Shocked der erste Plattenkünstler überhaupt, dessen erste 13 Singles sich in den britischen Top 10 platzieren konnten. Diese Serie von Charterfolgen wurde dann im selben Jahr mit Word Is Out, der ersten Single aus Let's Get To It, unterbrochen. Allerdings gelang Minogue mit ihrem vierten Studioalbum vor allem in musikalischer Hinsicht das bis dahin vielschichtigste Werk und die Sängerin erhielt zum ersten Mal von britischen Musikzeitschriften wie dem NME und dem Melody Maker gute Kritiken. Von den Plattenkäufern wurde das allerdings kaum honoriert und so floppte das Album trotz der beiden Top 10-Singles If You Were With Me Now (im Duett mit dem US-Amerikaner Keith Washington) und Give Me Just A Little More Time sogar in Großbritannien. Auch in Australien, wo zumindest Word Is Out ein mäßiger Hit wurde, konnte das Album nur wenige Käufer ansprechen. Außerhalb dieser, ihrer beiden wichtigsten Märkte, verkaufte Kylie Minogue zu diesem Zeitpunkt kaum noch Platten. Lediglich in Israel landeten alle ihre Singleveröffentlichungen weiterhin in den Top 10.

1992 beendete Minogue dann ihre Zusammenarbeit mit der "Hit Factory". Die letzte Veröffentlichung bei PWL war dann eine Greatest Hits-Sammlung mit drei neuen Titeln, die es bis auf Platz 1 der britischen Albumcharts schaffte. Die Singleauskopplungen What Kind Of Fool (Heard All That Before) und Celebration, eine Coverversion des Kool & The Gang-Klassikers, waren allerdings keinen großen Hits.

Kreative Jahre

Kylie - Streetfighter 1994
Kylie im Actionfilm
Streetfighter 1994
Nach der Trennung von ihrer alten Plattenfirma unterschrieb Minogue beim Independent-Dance-Label Deconstruction und veröffentlichte 1994 die Single Confide In Me, die ein großer Erfolg in Australien und Großbritannien wurde. Es folgte ihr selbstbetiteltes Album, zu dem auch die Pet Shop Boys und M People Songs beisteuerten. Es zahlte sich kommerziell allerdings nur wenig aus, auch wenn sich Minogue in Musikerkreisen damit einen gewissen Respekt erarbeitete. Zwei weitere Singleveröffentlichungen aus Kylie Minogue folgten, aber weder Put Yourself In My Place (1994) noch Where Is The Feeling? (1995) konnten sich hoch in den Charts platzieren. Nebenbei spielte Kylie Minogue unter wenig Kritikerlob und mit mäßigem Erfolg in zwei Hollywoodfilmen. So war sie neben Jean Claude van Damme in dem 40 Millionen US-Dollar teuren Actionfilm Streetfighter - Die entscheidende Schlacht (1994) sowie in dem kaum beachteten Bud & Doyle - Total Bio (1995) an der Seite ihrer Kurzzeitaffäre Pauly Shore zu sehen.

Kylie - Were The Wild Roses Grow Video 1994
Kylie im Video zu WTWRG 1994

Laut eigener Aussage trat ein Wendepunkt in ihrer Karriere ein, als sie mit Nick Cave das Duett Where The Wild Roses Grow (1995) aufnahm. Durch diese ungewöhnliche Zusammenarbeit wurde Minogue nun auch für Musikkritiker und -hörer annehmbar, die sie zuvor stets belächelt hatten. Der Song selbst erhielt vor allem in Australien zahlreiche Preise und wurde in Deutschland, Österreich und der Schweiz Minogues größter Erfolg in den 90er Jahren überhaupt. Einen großen Einfluss auf ihr künstlerisches Schaffen hatte auch der französische Fotograf und Musikvideoregissuer Stephane Sednaoui, mit dem die Sängerin Mitte der neunziger Jahre liiert war. Sednaoui prägte zu diesem Zeitpunkt ihr Image mit unglamourösen Fotos und unterwarf es visuell einer kompletten Änderung.

Kylie - Impossible Princess Album 1997 Impossible Princess Album 1997

Für ihr zweites Deconstuction-Album Impossible Princess, nun von der Presse mit dem Etikett "Indie Kylie" versehen, schrieb sie selbst die Texte und arbeitete u.a. mit den Manic Street Preachers zusammen, was eine künstlerische Weiterentwicklung erkennbar machte. Auf dem europäischen Markt wurde der Titel des Albums allerdings in Kylie Minogue geändert, da er angesichts des Todes von Prinzessin Diana unpassend schien - ein Marketing-Fehler, da bereits ihr vorheriges Album den gleichen Namen trug. Zudem wurde die Veröffentlichung von September 1997 auf März 1998 verschoben. Nachdem in Europa bereits die Singles Some Kind Of Bliss, Did It Again und Breathe recht erfolglos veröffentlicht wurden, floppte dann auch das Album. In Australien hingegen, wo die Sängerin mit Intimate & Live tourte, avancierte Impossible Princess zu Minogues erfolgreichstem Album seit ihrem Debüt.

Kylie - G.B.I. Video 1997
Kylie im Video zu G.B.I. 1997

Obwohl ihre beiden Platten bei Deconstruction kommerziell nicht mehr an frühere Erfolge anknüpfen konnten zeigte sich Minogue gegen Ende der 90er Jahre künstlerisch äußerst experimentierfreudig. Dies stellte sie nicht nur mit ihren eigenen Veröffentlichungen, sondern auch mit überraschenden musikalischen Zusammenarbeiten unter Beweis. So nahm sie 1997 mit dem japanischen Soundkünstler Towa Tei den Dancetrack G.B.I. auf, der einen absoluten Kultstatus im Underground erreichte, sich in den Charts allerdings nicht hoch platzieren konnte.

Zusammem mit den Pet Shop Boys spielte sie das Stück In Denial (zu finden auf deren Album Nightlife) ein und sang das Duett The Reflex mit dem austalischen Sänger Ben Lee für ein Duran Duran-Tributalbum gleichen Titels. Minogue hatte 1999 zudem kleinere Rollen in den beiden australischen Filmproduktionen Sample People und Cut, die allerdings erst 2000 wenig erfolgreich in den Kinos liefen. Sie spielte auch auf Barbados die Rolle der Miranda in dem Shakespeare-Stück Der Sturm und war damit erstmalig auf der Theaterbühne zu erleben. Dennoch erreichte Minogue durch ihren Auftritt als Unterwäschemodel für die schwedische Modekette H&M in einer europaweiten Werbekampagne 1998 mehr Aufmerksamkeit als mit ihrer Musik oder ihren anderen Projekten. Dies inspirierte sie dann auch zur Kreation ihres eigenen Love Kylie-Unterwäsche-Labels, das 2001 mit einer ersten Kollektion seine Markteinführung hatte.


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